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Arbeitskreis 1: Die Entscheidungs- und Wirkmechanismen in der Europäischen Union: Institutionelle Balance und Machtverteilung im Blick unterschiedlicher Theorien und Methoden.

Leitung: Darius Ribbe, M.A.
Zeit/Ort: Montags, 10.00 - 11.30 Uhr, Hörsaal XXI, Hauptgebäude, Albertus-Magnus-Platz
Beginn: 15. Oktober 2018
Erläuterung: Dieser Arbeitskreis wird vom fgs finanziert.
Die Europäische Union (EU) nimmt – durch ihre Institutionen – den Gestaltungsauftrag der Verträge intensiv war und prägt durch ihre Politik das Leben der Menschen in den Mitgliedstaaten auf vielfältige Weise. Oftmals fehlt jedoch ein tiefergehendes Verständnis über die Entscheidungsverfahren, die Verteilung von Kompetenzen zwischen den europäischen Institutionen (‚institutionelle Architektur‘) und den verschiedenen Ebenen der Politik in der EU (‚Subsidiarität‘ und ‚Mehrebenenpolitik‘). Oft zu lesen ist von der EU als einer komplexen, undurchschaubaren Organisation sui generis („eigener Art“) – das Seminar will genau diesen Vorhang lüften, um hinter die Kulissen der institutionellen Architektur und der internen Machtstrukturen zu blicken.
Den Teilnehmenden werden die führenden Integrationstheorien und Ansätze zur interinstitutionellen Balance – dem (Macht-)Verhältnis zwischen den Institutionen der EU – vorgestellt, um die Konzepte anhand von aktuellen Entscheidungen aus den unterschiedlichen Politikfeldern der EU anzuwenden. Von den Landwirtschaftssubventionen über die Erweiterungspolitik (Beitritt-Türkei), von den Sicherheitspolitiken zur Migrationsdebatte, vom gemeinsamen Binnen- bis zu den Finanzmärkten, werden diverse Themen herangezogen, die in den Zeitungen und in sozialen Netzwerken die Kommentarspalten füllen, deren wissenschaftliche Untersuchung und Einordnung in theoretische Konzepte der ‚Europäischen Integration‘ aber im Getöse der politischen Debatte untergehen.
Ziel des Seminars ist es, ein breites Verständnis über die verschiedenen Rechtsakte und Entscheidungskompetenzen der Europäischen Union schaffen, diese an Beispielen wissenschaftlich einordnen und anhand von Theorien erklären zu können. Dazu werden den Teilnehmenden unterschiedliche methodische Vorgehensweisen politikwissenschaftlicher Forschung nahe gebracht.

Literaturempfehlungen:
Bieling, Hans-Jürgen und Marieka Lerch (Hrsg.) (2012): Theorien der Europäischen Integration, 3. Auflage. Wiesbaden: Springer.
Weidenfeld, Werner und Wolfgang Wessels (Hrsg.) (2016): Europa von A bis Z. Taschenbuch der europäischen Integration, 14. Auflage. Baden-Baden: Nomos.
Weidenfeld, Werner und Wolfgang Wessels (Hrsg.) (2017): Jahrbuch der europäischen Integration 2017. Baden-Baden, Nomos.