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Arbeitskreis 2: Typisch deutsch? Wie wir uns und die „Anderen“ sehen

Leitung: Prof. Dr. Marianne Bechhaus-Gerst
Zeit/Ort: Dienstags, 10.00 - 11.30 Uhr in Hörsaal XIb, Hauptgebäude, Albertus-Magnus-Platz
Beginn: 9. April 2019
Achtung: Der Termin am 23. April 2019 fällt aus.
Erläuterung: Dieser Arbeitskreis wird vom fgs finanziert.
Typisch deutsch! Was heißt das eigentlich, was macht Deutschland oder Deutschsein aus? Ist Deutschland das „Land der Dichter und Denker“; sind die Deutschen tatsächlich, wie so oft behauptet, fleißig und strebsam? Ist das Wesensmerkmal der Deutschen vielmehr die „German Angst“, ihr Hang zum Grübeln und ihre Zukunftsangst oder doch „Draußen nur Kännchen“, wie der Äthiopier Asfa-Wossen Asserate seinen Blick auf die deutsche Kultur betitelte? Vor gut zwanzig Jahren wurde der Begriff „Leitkultur“ in die Debatte um Integration von MigrantInnen eingeführt. Schnell wurde dabei deutlich, dass ein Konsens über die Definition einer deutschen Leitkultur kaum zu finden sein würde. In diesem Arbeitskreis werden wir uns mit Bildern und Konstruktionen des „Eigenen“ und des „Anderen“ oder „Fremden“ beschäftigen - ein Thema, das aktuell ist wie kaum jemals zuvor. Bei einem Ausflug in die Geistesgeschichte soll untersucht werden, woher bestimmte Vorstellungen des „Eigenen“ und des „Fremden“ kommen. Was haben zum Beispiel die Denker der Aufklärung zu diesem Thema beigetragen? Welche Rolle spielte die sogenannte „Rassenkunde“ bei der Wahrnehmung von Menschen, die als „anders“ wahrgenommen wurden und werden? Im Rahmen des Arbeitskreises wird es auch um die Geschichte und Gegenwart von Klischees und Stereotypen gehen. Klischees und Stereotype sind aus der Alltagskultur nicht wegzudenken und stellen einen festen Bestandteil menschlichen Zusammenlebens dar. Sie sind weltweit in allen Gesellschaften verbreitet und machen die Welt einfacher und übersichtlicher. Sie dienen dazu, die Angst vor dem Fremden zu nehmen, es einzuordnen, zu klassifizieren und damit auch zu beherrschen. Auch zur Abgrenzung gegenüber „Anderen“ und nicht zuletzt zur Bildung der eigenen Identität werden sie verwendet. Aber wann werden stereotype Vorstellungen zu Vorurteilen, die den gesellschaftlichen Frieden gefährden können?
Zentrale Fragen, die wir schließlich diskutieren werden, sind u.a.: Welchen Blick auf die „Anderen“ und auf uns selbst wollen wir? Welche Rolle spielen bestimmte Vorstellungen von uns und den „Anderen“ im Umgang von Menschen unterschiedlicher Herkunft in unserer Gesellschaft? Welches Konfliktpotenzial liegt in bestimmten Vorstellungen? Bei Interesse kann eine gemeinsame Exkursion zur Ausstellung „ANGST - Eine deutsche
Gefühlslage?“, die bis zum 19. Mai im Haus der Geschichte in Bonn gezeigt wird, unternommen werden.