zum Inhalt springen

Arbeitskreis 3: Der Mythos der Sphärenharmonie - seit der Antike bis heute

Leitung: Dr. Leopoldo Siano
Zeit/Ort: Mittwochs, 16.00 - 17.30 Uhr im Neuen Seminarraum, Musikwissenschaftliches Institut, Hauptgebäude, Albertus-Magnus-Platz
Beginn: 18. April 2018
Erläuterung: „Die Idee der Harmonie der Sphären ist etwas Wohlvertrautes und Unbekanntes zugleich“, schrieb Hans Schavernoch in seinem maßgebenden Buch zum Thema. Dass die Bewegungen von Sternen und Planeten Musik erzeugen, ist eine uralte Idee der abendländischen Kultur, die mindestens seit Pythagoras und Plato nicht aufgehört hat, seine Suggestionskraft auf Philosophen und Künstler auszuüben. Bis zum 17. Jahrhundert (beispielsweise noch im Werk von Johannes Kepler und Athanasius Kircher) war es für Musiktheoretiker eine Selbstverständlichkeit, sich mit der musica mundana (die Musik des Himmels oder ‚Weltenmusik‛) spekulativ zu beschäftigen. Später wurde doch diese Idee – nicht zuletz infolge der kopernikanischen Wende sprich der Durchsetzung des heliozentrischen Weltbildes – von der Musiktheorie gleichsam verdrängt. Allerdings lebte der Mythos in der Dicht- und Tonkunst weiter. Was ist mit dem Ausdruck „Sphärenmusik“ eigentlich gemeint? Handelt es sich um eine mit Menschenohren nicht vernehmbare Musik, um einen seelischen Zustand oder lediglich um eine poetische Schwärmerei? In diesem Seminar werden wir versuchen, diese Fragen gemeinsam zu beantworten, indem wir eine Reise durch die jahrhundertelange und fesselnde Geschichte dieser Idee nicht nur durch die Lektüre von ausgewählten Zitaten aus Schriften von Philosophen, Dichtern und Naturwissenschaftlern, sondern auch durch das Hörerlebnis von musikalischen Werken, die von ihr inspiriert wurden (vom Mittelalter bis zu Karlheinz Stockhausen) unternehmen werden.