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Arbeitskreis 4: Mythos, Religion und Philosophie in den Musikdramen von Richard Wagner

Leitung: Dr. Leopoldo Siano
Zeit/Ort: Mittwochs, 16.00 - 17.30 Uhr im Neuen Seminarraum,
Musikwissenschaftliches Institut, Hauptgebäude, Albertus-Magnus-Platz
Beginn: 26. April 2017
Erläuterung: Dieser Arbeitskreis wird vom fgs finanziert. Wie Ulrike Kienzle gleich am Anfang ihrer maßgebenden Studie schreibt (siehe Literaturhinweis), gehen in den Musikdramen Richard Wagners „Philosophie, Musik und Theater eine Synthese ein, die in der abendländischen Geistesgeschichte nicht ihresgleichen hat“. Niemals ist der ‚Fall Wagner‛ eine Angelegenheit nur für Musiker und Musikwissenschaftler gewesen. Mit dem gewaltigen Gesamtkunstwerk des Leipziger Komponisten haben sich unzählige Literaten, Philologen,Philosophen, Theologen, Theaterwissenschaftler und Politologen auseinandergesetzt. Wie häufig bemerkt worden ist (unter anderem von Friedrich Nietzsche und Thomas Mann), war Wagners musikalische Begabung keine primäre, sondern eher eine sekundäre. Für Wagner war Musik kein bloßes Aneinanderreihen von Tönen. Er brauchte sie, um sein metaphysisches Urbedürfnis, seine dichterische Phantasie und sein theatralisches Naturell zum Ausdruck zu bringen. In Wagners Musikdramen ist das philosophische Gedankengerüst so wichtig wie die Noten selbst – wobei das Wort ‚Philosophie‛ nicht im streng akademischen, sondern im allgemeinen Verständnis gebraucht werden soll: „als eine Form des Nachdenkens über Grundfragen der menschlichen Existenz in einem geistfähigen Medium“ (Ulrike Kienzle, a.a.O.). In diesem Sinne ist die Philosophie untrennbar vom religiösen Empfinden. Wagners Philosophen waren vor allem Ludwig Feuerbach und Arthur Schopenhauer – durch die er schließlich zu einer eigenen Synthese zwischen Christentum und Buddhismus gelangte. In diesem Arbeitskreis sollen die Musikdramen Richard Wagners im synkretistischen Spannungsfeld zwischen Mythos, Religion und Philosophie gemeinsam gehört und besprochen werden.

Literatur: Ulrike Kienzle, „...daß wissen würde die Welt!“ Religion und Philosophie
in Richard Wagners Musikdramen, Königshausen & Neumann: Würzburg 2005.