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Arbeitskreis 5: Singende Steine: Musik aus Armenien

Leitung: Shushan Hyusnunts, M.A.
Zeit/Ort: Donnerstags 16.00 - 17.30 Uhr im Neuen Seminarraum, Musikwissenschaftliches Institut, Hauptgebäude, Albertus-Magnus-Platz
Beginn: 19. April 2018
Erläuterung: Dieser Arbeitskreis wird vom fgs finanziert. In diesem Seminar wird die armenische Musikwissenschaftlerin Shushan Hyusnunts die Teilnehmer/innen durch die vielseitige und faszinierende musikalische Landschaft Armeniens begleiten. Nicht zuletzt wegen seiner geographischen Lage ist Armenien bereits seit der Antike ein Treffpunkt verschiedener Kulturen. Mit Goethe (West-östlicher Divan) könnte man sagen: „Orient und Okzident sind“ in Armenien musikalisch „nicht mehr zu trennen“! Wenn einerseits die archaischen Kirchengesänge ihren Ursprung in der altgriechisch-byzantinischen Melodik haben, enthüllt andererseits die sinnliche und wie ein orientalischer Teppich reich ornamentierte Improvisationskunst der armenischen Troubadouren (der sogenannten Ashughs) eine intime Verwandschaft mit der traditionellen Musik iranischer und arabischer Herkunft. Außerdem entwickelte sich im Spannungsfeld zwischen Kirchen- und Ashughsmusik die urtümliche Volksmusik: Die feurigen Rhythmen der Volkstänze, die elegischen Hirtengesänge und die einprägsamen Wiegenlieder wurden später zur unerschöpflichen Inspirationsquelle für die Begründer der „klassischen Musik“ Armeniens wie Komitas und Spendiarian. Auch in der moderneren Musik des 20. Jahrhunderts – beispielsweise in Werken von Komponisten wie Khachaturian, Babajanyan und Terterian – lebt die wunderbare Dialektik zwischen europäischer und asiatischer Tradition weiter. Das gemeinsame Hörerlebnis beeindruckender Tonaufnahmen wird der unentbehrliche Ausgangspunkt für diese Einführung in die Geschichte der armenischen Musik sein.