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Arbeitskreis 6: Die Stellung der Frauen in der griechisch-römischen Antike: in Familie, Beruf und Gesellschaft

Leitung: Prof. Dr. Elisabeth Herrmann-Otto
Zeit/Ort: Freitags 10.00 - 11.30 Uhr in Hörsaal VI, Hauptgebäude, Albertus-Magnus-Platz
Beginn: 27. April 2018
Erläuterung: Dieser Arbeitskreis wird vom fgs finanziert. Das Thema Frauen ist heute aktueller denn je. Die kürzlich wieder aufgeflammte Debatte um die sexuelle Belästigung von Frauen hat uns sehr klar vor Augen gestellt, dass es mit der Gleichberechtigung der Geschlechter trotz der Emanzipationsbewegung und der Gleichstellungsbemühungen der letzten hundert Jahre immer noch nicht gut bestellt ist. Warum ist diese Problematik so zählebig und schwierig lösbar oder gar unlösbar? Kann uns ein Blick in die Geschichte helfen, Antworten für die Gegenwart zu finden? Das wollen wir jedenfalls in diesem Arbeitskreis gemeinsam versuchen.
Die Antike gibt mehrere Antworten auf diese Fragen, je nachdem, ob wir uns in Griechenland, im demokratischen Athen, oder im Militärstaat Sparta befinden. Ganz andere Gegebenheiten herrschen für Frauen in Ägypten als für die Römerinnen in Italien oder im Rheinland vor. Immer aber kommt es darauf an, zu welcher Gesellschaftsschicht eine Frau gehört, ob sie zur meist adligen Oberschicht oder zur bäuerlichen bzw. städtischen Unterschicht zählt. An Hand von antiken Texten und archäologischen Zeugnissen soll gezeigt werden, welche Funktion die Frau als Mutter, als Leiterin des Haushaltes, als Ehefrau hatte, ob sie ein Recht auf Scheidung, in diesem Fall auf ihre Kinder hatte. Ob sie berufstätig sein konnte und in welchen Berufen, welche Funktionen sie im Kult ausüben konnte, eventuell sogar als Priesterin, und ob sie Wahlrecht hatte. Die Problematik der Sexualität der Frau in Ehe, Beruf und Gesellschaft und ihrem etwaigen Schutz ist in antiken Texten stets präsent. Wir werden sie  kennenlernen.
Zu diesem Zweck plane ich, Ihnen zuerst eine Einführung in mehreren Doppelstunden zu geben. Im direkten Anschluss an die jeweilige Einführung sollen die Teilnehmer Fragen stellen und eigene Wünsche äußern, was sie im Rahmen der antiken Frauenthematik besonders kennenlernen wollen. Auf der Grundlage dieser Einführung werde ich dann für die 2. Hälfte des Arbeitskreises einen Reader zusammenstellen mit antiken Texten (in Übersetzung), aber auch mit Texten aus der modernen Forschung bzw. aus modernen Sachbüchern. Diese werden wir dann in den folgenden Stunden gemeinsam lesen und diskutieren. Einmal möchte ich dem Arbeitskreis auch ganz konkret einen Einblick in das gesellschaftliche Leben der römischen Frauen vermitteln. Wir werden entweder in das Römisch-Germanische Museum in Köln oder das Bonner Landesmuseum gehen. Ich werde Ihnen dort einschlägige Zeugnisse zu unserer Thematik zeigen und erläutern.
Ziel des Arbeitskreises wird es sein, die antiken Verhältnisse und den Umgang mit diesen in ihrer Vielgestaltigkeit kennenzulernen. Abschließend wollen wir uns die Frage stellen, ob wir aus der Vergangenheit Lösungsmöglichkeiten oder Anregungen zu Lösungen für unsere Gegenwart gewinnen können.