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Kompaktveranstaltung: „Lebensqualität im Alter“

Leitung: Prof. Dr. Jochen Brandtstädter, Universität Trier
Zeit: Freitag, 15. Juni 2018, 14.00 - 18.00 Uhr und Samstag, 16. Juni 2018, 10.00 - 13.00 Uhr und 14.00 - 17.00 Uhr
Ort: Hörsaal XVIIa, Hauptgebäude, Albertus-Magnus-Platz
Anmeldung erforderlich unter Tel. (0221) 470-6298 oder gasthoerer@uni-koeln.de
Erläuterung: Diese Veranstaltung ist vom fgs finanziert. Bei Feststellungen zu individuellem Wohlbefinden und persönlicher Lebensqualität hat wohl die betroffene Person selbst das letzte Wort. Allerdings beruhen diesbezügliche Selbstauskünfte auf Wahrnehmungen und Erinnerungen, die momentan kognitiv präsent sind; nicht zuletzt ist die Selbstzuschreibung von Wohlbefinden und Zufriedenheit wesentlich von sozial geteilten Vorstellungen abhängig, was man z.B. als Angehöriger einer bestimmten Altersgruppe von seinem Leben „vernünftigerweise“ wünschen oder erwarten kann. Infolge von Gewohnheitsbildungen, Vergleichsprozessen und insbesondere Anspruchssetzungen können sich Urteilsanker verschieben; hieraus erklärt sich auch der Umstand, dass soziale Indikatoren wie z.B. Einkommen, Bildungsgrad usw. nur in schwacher Beziehung zu Maßen subjektiver Lebensqualität stehen. Man spricht in diesen Zusammenhängen gelegentlich auch von einem „Zufriedenheitsparadox“ - gemeint ist der Umstand, dass subjektives Wohlbefinden sich oft auch unter äußerlich ungünstigen Lebensumständen zeigt. Mit einem solchen Zufriedenheitsparadox haben wir es offenbar auch im Hinblick auf den Befund zu tun, dass es trotz gesundheitlicher und sozialer Einschränkungen im höheren Alter zu keinen deutlichen Einbußen in Lebenszufriedenheit und subjektiver Lebensqualität kommt.
Welche Faktoren tragen dazu bei, auch im höheren Alter bzw. bei schwindender Lebenszeit eine positive Selbst- und Lebensperspektive zu bewahren? Ein umfassender Erklärungsansatz zu Themen von Wohlbefinden und gelingender Entwicklung muss neben Aspekten effizienter Zielverfolgung offenbar auch Prozesse der Anpassung persönlicher Ziele und Sinnperspektiven an die Veränderung von Handlungs- und Leistungsmöglichkeiten im Lebenslauf berücksichtigen. Lebensqualität im Alter hängt offenbar wesentlich damit zusammen, mit der eigenen Lebensgeschichte auch in solchen Aspekten seinen „Frieden“ zu machen, wo sie nicht entsprechend eigener Wünsche und Ziele verlaufen ist; hier gelangen schließlich auch Fragen von Weisheit und Gelassenheit in den Blick.
Zu diesem Themenkomplex sollen u.a. folgende Fragen erörtert werden:
- Begriffliche Vorüberlegungen (Glück,Wohlbefinden, Zufriedenheit, „Lebenskunst“...)
- Bedingungen und Korrelate des Wohlbefindens (soziodemographische Merkmale, Persönlichkeit und Wohlbefinden...)
- Gefühle und Emotionen (Reue, Sehnsucht, Gelassenheit...)
- Ressourcen und Bewältigungsformen im Alter (z.B. Kompensation von Verlusten, Ablösung von blockierten Zielen, Anspruchsanpassungen...)
- Sinn und Sinnfindung (Sinnfindung als Ressource und Kompetenz, Quellen von Sinn im Lebenslauf...)
- Mortalität, Moralität und Weisheit (Lebenszeitreserven und Sinnperspektiven, Weisheit und Endlichkeit...)